Aktuelles zur Ladungssituation aus Asien und Preisentwicklungen allgemein


Der Luft- und Seefrachtmarkt war schon immer stärker als andere Branchen geprägt vom Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage. Die Marktbedingungen haben sich binnen der letzten Monate signifikant verändert.
 
Noch vor einem Jahr brachten Überkapazitäten die Seefrachtraten in einen Abwärtssog. Heute warten tausende Container in fernöstlichen Häfen auf einen Platz an Bord.
 
Die Buchungssituation in Fernost hat sich von Woche zu Woche verschlechtert. Durch die Schiffsraumverknappungen sowie das bevorstehende chinesische Neujahrsfest (14.-20. Februar 2010) kommt es immer häufiger zu Überbuchungen der Schiffe bzw. einer Ablehnung durch die Reedereien. Viele Schiffslinien melden Ihre Containerschiffe bereits für die nächsten 14 Tage als komplett ausgebucht. Der Platz wird teilweise wie "auf dem Basar" gehandelt. Oftmals bekommt derjenige die Buchung platziert, der die geforderten Aufschläge akzeptiert. Und die Reedereien haben aus dem ruinösen Verfall des Marktes in der ersten Jahreshälfte 2009 gelernt. Sie tun nichts zur Entschärfung der Situation.
 
Durch dieses Ungleichgewicht und die rigorose Preispolitik der Reedereien mussten auch wir die erneute Erhöhung der Seefrachten zum 01. Februar 2010 akzeptieren, um Verlademöglichkeit angeboten zu bekommen. Die Erhöhung übertraf sogar noch den vorher avisierten Betrag von USD 150,00 um USD 100,00/TEU = Gesamt USD 250,- / TEU. Jedoch ist selbst dieser Zuschlag noch keine 100%ige Verladegarantie. Die Frachtraten haben sich inzwischen mehr als verdoppelt im Vergleich zu 2009. Es kommt immer wieder zu Umladungen nach Europa bzw. einer kurzfristigen Ablehnung der Buchung durch die Reedereien.
 
Wir werden aus diesem Grund gebeten, anstehende Container-Verladungen, wenn möglich ca. 14 Tage vorher, bei unseren Verladepartnern zu avisieren. Dadurch bekommen wir einen Zeitvorsprung, der für eine termingerechte Buchung benötigt wird. Auch unsere Lieferanten sind informiert, damit bei einer platzierten Buchung diese zwingend eingehalten werden kann. Bei kurzfristiger Stornierung kann nicht gewährleistet werden, dass der Cont. dann mit der nächsten Abfahrt verladen wird. Häufig fällt dadurch die Buchung um 2-3
Wochen bei den Reedereien zurück, weil die folgenden Abfahrten bereits mit teilweise 130% hoffnungslos überbucht sind.
 
Wir hoffen in Ihrem und natürlich auch unserem Interesse, dass sich diese Situation nach Chinese New Year wieder normalisieren wird und Buchungen danach wieder in gewohnter Manier möglich sind.
 
Einen weiterer Hinweis noch: Die ersten Schiffe, welche vom avisierten "slow steaming" betroffen sind, haben in den letzten Tagen Fernost Richtung Europa verlassen. Die Geschwindigkeit wurde um ca. 10% verringert um Treibstoff zu sparen. Diese Verspätungen / verlängerten Transitzeiten müssen wir bei unseren Bestellungen mit einkalkulieren.
 
Nicht nur das sich die Seefrachtraten im Steigflug befinden, auch auf den Rohstoffmärkten explodieren die Preise. Ursächlich wegen starker chinesischen Aktivitäten auf den Weltmärkten. Um eine Auswahl zu nennen wären dies u.a. Baumwolle + 30%, Leder + 15%, Latex + 20%, etc. etc. Vereinzelte Aussagen haben anklingen lassen, dass dies noch nicht das Ende sein soll. Was wir natürlich nicht hoffen.
 
LAST BUT NOT LEAST: Der zur Zeit schwache Kurs des EURO gegenüber dem USD und den Währungen unserer Lieferländer. Auch in Zeiten wie den heutigen, sind unter diesen Umständen Preiserhöhungen kaum zu vermeiden.
 
Diese Informationen leiten wir an Sie weiter, um Verständnis bei evtl. auftretenden Problemen von Ihnen zu bekommen. Aber auch damit Sie sich darauf einstellen.
 
PDF-Download