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EN ISO 11612: Das ändert sich beim Hitzeschutz

EN ISO 11612: Das ändert sich beim Hitzeschutz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
ASATEX AG
16.04.2026

Was bedeutet die Norm EN ISO 11612 eigentlich?

Die EN ISO 11612 ist die wichtigste Norm für Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen. Sie legt fest, wie Kleidungsstücke thermischen Risiken wie Flammenkontakt, Strahlungswärme, Hitzeeinwirkung und Kontaktwärme standhalten müssen. Die Norm ist relevant für alle Branchen, in denen Mitarbeiter direkter oder indirekter Hitze ausgesetzt sind – zum Beispiel in der Gießerei, Metallverarbeitung, chemischen Industrie, beim Schweißen oder im Anlagenbau.

Wichtig: Die Norm unterscheidet sich von EN ISO 11611, die speziell für Schweißer entwickelt wurde. EN 11612 deckt ein breiteres Spektrum thermischer Belastungen ab und ist damit universell in der Industrie einsetzbar.

Warum die Änderung der EN ISO 11612 jetzt relevant ist

Wenn bei der Instandsetzung eines Chemiebehälters plötzlich heiße Dämpfe austreten oder beim Gießen extreme Hitze und vereinzelte Metallspritzer auftreten, entscheidet Schutzkleidung über Sekunden. Genau hier setzt die EN ISO 11612 an: Sie legt Anforderungen an Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen fest.

Ein Praxisfall Beispiel: In einem Industriepark kam es zu einem Zwischenfall beim Wechseln eines Ventils. Der Arbeiter trug flammhemmende Kleidung, die für konvektive Hitze zertifiziert war – doch die auftretende Strahlungswärme wurde nicht ausreichend abgefangen. Die Folge: schwere Verbrennungen an Armen und Nacken. Der Fall zeigt, wie entscheidend es ist, die richtige Art des Hitzeschutzes zu wählen.

Die Norm ist zentral für alle Branchen, in denen thermische Risiken bestehen – etwa in Gießereien, beim Schweißen, in der chemischen Industrie oder im Anlagenbau. Ein Überarbeitungsentwurf liegt seit Ende 2023 vor. Die finale Fassung wird für dieses Jahr erwartet. Dennoch ist die Änderung schon jetzt relevant: Verantwortliche müssen Beschaffungsentscheidungen heute so treffen, dass sie auch morgen noch normgerecht und zukunftssicher sind.

Was ändert sich an der EN ISO 11612?

Zentrale Änderungen:

  • Bessere Unterscheidung der Hitzearten: Konvektionswärme, Strahlungswärme, Kontaktwärme
  • Klarere Anforderungen an das Verhalten von Materialien bei Flammenkontakt
  • Neue Prüfkriterien für höhere Praxisnähe
  • Transparente Kennzeichnung der Schutzwirkung (z. B. durch Piktogramme oder Normcodes)

Diese Anpassungen helfen, die Schutzleistung differenzierter zu bewerten und Produkte gezielter für bestimmte Gefährdungen auszuwählen. Wer weiß, was genau die Norm verlangt, kann das Risiko deutlich besser managen.

Darstellung von Konvektionshitze, Strahlungshitze und Kontakthitze

Was bedeutet das für Beschaffung und Arbeitssicherheit?

Sicherheitsbeauftragte und Einkäufer stehen vor der Herausforderung, Produkte zu wählen, die auch in drei Jahren noch normgerecht sind. Dabei helfen folgende Punkte:

  • Planen Sie normkonform und langfristig: Achten Sie auf Kleidung mit Mehrnormzertifizierung und robusten Materialwerten
  • Dokumentieren Sie Auswahl und Gefährdungsbeurteilung nachvollziehbar
  • Holen Sie aktiv Informationen vom Hersteller ein – idealerweise mit ATPV-Werten oder dokumentierten Praxistests

Eine enge Zusammenarbeit mit PSA-Herstellern und deren Entwicklungsabteilungen ist dabei ein klarer Vorteil.

Praxisbeispiel: Schutzsystem von ASATEX

Ein bewährtes Multinormsystem im Bereich Hitzeschutz ist die Kombination aus:

Beide sind zertifiziert nach EN ISO 11612:2015 sowie weiteren Schutznormen (z. B. EN 1149-5, EN ISO 20471, EN 13034) und bieten damit ein hohes Maß an Sicherheit und Funktion. Besonders geeignet für Einsatzbereiche mit gleichzeitiger Exposition gegenüber Hitze, Flammen, Chemikalienspritzern und schlechter Sicht.

ASATEX und MAUSER bietet eine Vielzahl an Multinormlösungen, die Schutz vor Hitze, Flammen, Chemikalien und weiteren Gefahren kombinieren. Für weitere konkrete Empfehlungen empfiehlt sich der direkte Austausch mit dem Vertrieb – so lässt sich sicherstellen, dass die gewählte PSA auch mittelfristig den kommenden Anforderungen entspricht.

Fazit: Jetzt vorbereiten - statt später riskieren 

Wer heute PSA beschafft, entscheidet mit über die Sicherheit der nächsten Jahre. Die EN ISO 11612 bietet dafür den normativen Rahmen - doch nur der richtige Umgang mit Normen, Material und Auswahlprozess garantiert echten Schutz. Wer Fragen hat, sollte frühzeitig das Gespräch mit dem Hersteller suchen - für mehr Klarheit, mehr Sicherheit und mehr Verantwortung in hitzeexponierten Einsatzfeldern.

Häufige Fragen zur EN ISO 11612

1. Welche Risiken deckt EN ISO 11612 ab?

Sie schützt vor Flammenkontakt, Hitzeeinwirkung durch Strahlung, Kontakt oder Konvektion sowie kurzzeitiger Flammenausbreitung.

2. Welche Branchen betrifft die Norm besonders?

Typische Einsatzbereiche sind Gießerei, Stahlwerke, Raffinerien, Energieversorgung, Anlagenbau und chemische Industrie.

3. Wie unterscheidet sich EN ISO 11612 von EN ISO 11611?

11612 ist allgemeiner Hitzeschutz. 11611 richtet sich speziell an Schweißer – mit Anforderungen an Schweißperlen, Lichtbogen und Schweißgas.

4. Muss ich vorhandene Kleidung ersetzen?

Nein, bestehende Kleidung bleibt zugelassen. Neue Beschaffungen sollten aber aufkommende Normanforderungen vorbereitet sein.

5. Wo finde ich den aktuellen Entwurf zur Norm?

Beim  DIN e.V. oder über Fachmedien wie  sifa-sibe.de