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PSA in 2026: Neue Vorschriften, Normen und Pflichten für Unternehmen im Überblick

PSA in 2026: Neue Vorschriften, Normen und Pflichten für Unternehmen im Überblick

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
ASATEX
04.05.2026

Strategische Weichenstellungen und neue Regulierungen

Das Jahr 2026 bringt im Arbeitsschutz spürbare Veränderungen – mit direkten Auswirkungen auf Auswahl, Beschaffung und Einsatz von PSA. Neue gesetzliche Vorgaben, verschärfte Anforderungen an Lieferketten und Anpassungen bestehender Normen erhöhen den Druck auf Unternehmen, fundierte und zukunftssichere Entscheidungen zu treffen.

Im Fokus stehen dabei mehrere Entwicklungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eng miteinander verknüpft sind:
Die Diskussion rund um PFAS stellt Materialien und Schutzkonzepte auf den Prüfstand. Die neue Sorgfaltspflicht in der Lieferkette rückt Transparenz und Verantwortung stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig gewinnt Hitzeschutz als konkrete Arbeitgeberpflicht an Bedeutung – nicht als theoretisches Risiko, sondern als reale Herausforderung im Arbeitsalltag. Und auch die Normenwelt bleibt in Bewegung, etwa durch die Revision der EN ISO 11612.

Für Sicherheitsverantwortliche und Einkäufer bedeutet das: Es geht nicht mehr nur darum, Anforderungen zu erfüllen. Es geht darum, Prioritäten richtig zu setzen – zwischen Schutzwirkung, Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und rechtlicher Sicherheit.

Wir zeigen Ihnen, worauf es 2026 wirklich ankommt und wie Sie diese Entwicklungen in der Praxis sinnvoll zusammenbringen.

PFAS-Regulierung: Warum Schutzwirkung Vorrang vor Schnelligkeit hat

Die Diskussion um das Verbot von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) ist eines der komplexesten Themen des Jahres 2026. Während für einfache Arbeitskleidung bereits fluorfreie Alternativen existieren, stellt sich die Situation im Bereich der Hochleistungs-PSA anders dar.

Ausnahmeregelungen für Kategorie III

Für PSA der Kategorie III, insbesondere Chemikalienschutzanzüge der Typen 3 und 4, sieht die EU-Regulatorik (REACH-Beschränkung) langfristige Übergangsfristen von bis zu 12 Jahren vor. Der Grund ist rein technischer Natur: Aktuelle PFAS-freie Beschichtungen können die notwendige Barrierewirkung gegen aggressive Chemikalien, Öle und Lösungsmittel noch nicht in dem Maße garantieren, wie es die Fluor-Chemie leistet.

Bei ASATEX steht der Schutz des menschlichen Lebens an erster Stelle. Solange alternative Technologien die strengen Permeationsanforderungen nicht lückenlos erfüllen, setzen wir im High-End-Bereich weiterhin auf bewährte und normgerechte Materialien. Wir beobachten die Forschung intensiv, um den Umstieg erst dann zu vollziehen, wenn die Sicherheit Ihres Teams zu 100 Prozent gewährleistet ist.

CSDDD: Die neue Sorgfaltspflicht in der Lieferkette

2026 sinken die Schwellenwerte für das EU-Lieferkettengesetz (Corporate Sustainability Due Diligence Directive). Immer mehr Unternehmen müssen nun nachweisen, dass ihre PSA unter Einhaltung strenger Umwelt- und Sozialstandards produziert wurde. ASATEX unterstützt Sie hierbei durch die Bereitstellung validierter Daten und Zertifizierungen wie SEDEX, um Ihre Compliance-Anforderungen revisionssicher zu erfüllen.

Die unterschätzte Gefahr: Hitzeschutz als Arbeitgeberpflicht

Angesichts der klimatischen Veränderungen hat die DGUV 2026 die Leitlinien zur Prävention von Hitzestress weiter geschärft. UV-Schutz und aktives Feuchtigkeitsmanagement sind keine optionalen Komfortmerkmale mehr, sondern müssen zwingend in die Gefährdungsbeurteilung einfließen. Achten Sie auf zertifizierten UV-Schutz nach EN 13758-2, um langfristige Gesundheitsschäden bei Mitarbeitern im Freien zu vermeiden.

Moderne Lösungen, wie die ASATEX Funktionsbekleidung oder unsere UV-zertifizierten Warnschutz-Kollektionen, unterstützen den Körper aktiv dabei, die Kerntemperatur auch bei extremer Sonneneinstrahlung stabil zu halten.

Update zur Normenwelt: Revision der EN ISO 11612

Neben den klimatischen Anforderungen rückt 2026 auch der industrielle Flammschutz in den Fokus. Die aktuelle Revision der EN ISO 11612 setzt neue Maßstäbe für Design und mechanische Belastbarkeit. Besonders bei der Gestaltung von Verschlüssen und Taschen sowie bei der Materialprüfung wurden die Kriterien verschärft, um die Sicherheit bei kurzzeitigem Flammenkontakt weiter zu erhöhen.

Für Sie als Anwender bedeutet das: Hitzeschutz muss 2026 ganzheitlich gedacht werden. Während die DGUV den Fokus auf die UV-Belastung im Freien legt, sorgt die neue EN ISO 11612 für ein Upgrade des Schutzes vor thermischen Risiken in der Produktion. Vertiefendes Fachwissen dazu erfahren sie auf unserem Blogbeitrag: Die neue Norm EN ISO 11612 für Hitze- und Flammschutz.

Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen 2026

  • PFAS-Regelung: Langfristige Übergangsfristen (bis zu 12 Jahre) für kritischen Chemikalienschutz (Kat. III) zur Aufrechterhaltung der Schutzwirkung
  • Lieferkette: Verschärfte Dokumentationspflichten für Unternehmen ab mittlerer Größe durch CSDDD.
  • Klimaschutz: Verpflichtende Maßnahmen gegen UV-Strahlung und Hitzestress in der Gefährdungsbeurteilung. Neue Norm EN ISO 11612 für Hitze- und Flammschutz tritt in Kraft.

(Uwes Experten-Tipp): Permeation bleibt das Kernkriterium

Trotz aller digitalen Neuerungen darf die physikalische Schutzwirkung nicht in den Hintergrund rücken. Ein häufiger Fehler in der Praxis ist es, sich allein auf die Typklasse eines Anzugs zu verlassen. Die Durchbruchzeit (Permeation) für Ihre spezifischen Einsatzstoffe ist 2026 genauso entscheidend wie vor zehn Jahren.

Nutzen Sie hierfür die technischen Datenblätter von ASATEX: Für unsere Kernmodelle im Einweg - Chemikalienschutz stellen wir Ihnen detaillierte Permeationslisten zur Verfügung. Sollten Sie Schutz für spezielle Stoffkombinationen benötigen, unterstützt Sie unser Expertenteam bei der individuellen Abfrage der Durchbruchzeiten, um die Einsatzzeit für Ihr Team sicher zu kalkulieren.

Häufige Fragen zum Arbeitsschutz 2026

Wann ist PFAS-freie Arbeitskleidung zwingend erforderlich? 

Ein generelles Verbot für alle PSA-Bereiche existiert 2026 noch nicht, jedoch sind viele fluorfreie Alternativen für den mechanischen Schutz bereits marktbeherrschend. In der PSA-Kategorie 3 sind PFAS-haltige Beschichtungen aufgrund mangelnder Alternativen weiterhin zugelassen und für die Sicherheit oft unverzichtbar.

Was ändert sich 2026 bei der Gefährdungsbeurteilung im Freien?

Die Dokumentationspflicht für Hitzeschutzmaßnahmen wurde konkretisiert. Arbeitgeber müssen ab definierten UV-Indizes nachweisen, dass geeignete PSA (Kopfbedeckung, UV-Schutzkleidung) und organisatorische Maßnahmen (Schattenpausen) bereitgestellt werden.